Blogbeiträge

Voluntário en un mar de dudas (Pedro Poza 2022)

Birgit Aschmann: Beziehungskrisen. Eine Emotionsgeschichte des katalanischen Separatismus ― Crisis de relaciones. Una historia emocional del separatismo catalán

Este libro constituye probablemente la mejor exposición en lengua alemana del catalanismo político desde sus comienzos hasta el año 2020. En particular, contempla el llamado procés, es decir, la radicalización separatista del catalanismo político a partir de 2010, etapa en que creció la demanda separatista, aunque en último término solo llegó a recibir el apoyo de una mitad aproximada de los catalanes. A diferencia de otros análisis del procés, la autora aplica un planteamiento histórico emocional, que prueba su eficacia como hilo conductor a lo largo del devenir dinámico del procés y como medio estilístico para avivar la tensión narrativa. Nota para los lectores en España: En el libro y en la reseña se mencionan muchos hechos que, aunque ampliamente conocidos en España, no pueden ser dados por sentado para un público alemán. No obstante, la originalidad del trabajo de Birgit Aschmann justifica que se llame la atención acerca de él ofreciendo una traducción de la reseña al español. …

Dieter Ingenschay: Eine andere Geschichte der spanischen Literatur

Von dieser Literaturgeschichte dürfen sich alle Leserinnen und Leser, die sich für die Literatur Spaniens – auch jenseits des Main­streams – interessieren, angesprochen fühlen. Sie ist außerordentlich gut lesbar. Das Buch verschafft einen Überblick über relevante Werke und AutorInnen vom «Goldenen Zeitalter» bis heute, vermittelt nebenbei auch hispanistisches Grundwissen und greift einige Kontroversen unter Hispanisten in unangestrengtem Ton auf. Es hat zudem auch Qualitäten eines anregenden Literatur(ver)führers. Es eröffnet neue Sichtweisen, holt vergessene oder verdrängte Teile der Literaturproduktion ans Licht und erweitert so das sichtbare Spektrum. Thematisch geht es vor allem um zwei Komplexe: erstens um das Aufbegehren gegen das gesellschaftlich Konforme, was nicht zuletzt den Bereich sexuellen Begehrens betrifft. Zweitens geht es um die Verarbeitung von politischen und gesellschaftlichen Krisen und Trau­mata Spaniens in der Literatur. Dass der Text auch kostenlos elektronisch zur Verfügung steht, ist zu begrüßen und besonders herauszustellen.…

Nicola Veith: Spanische Aufklärung und südwestdeutsche Migration | La Ilustración española y la emigración del Suroeste alemán

Esta tesis doctoral presenta un análisis integral del proceso migratorio desde el Sacro Imperio Romano Germánico hacia Andalucía a finales del siglo xviii. Se examina con detalle el mundo de origen y las circunstancias de la migración, las rutas e itinerarios de viaje hacia las comarcas de asentamiento seleccionadas por el Estado español y el desarrollo del proyecto de colonización (1767-1835), altamente subvencionado. La obra constituye una importante contribución a un capítulo ―descuidado y casi olvidado en Alemania― de la historia hispano-alemana. Es también un ejemplo excelente que ofrece pautas para adquirir nuevos conocimientos investigando la migración como proceso, tomando debidamente en cuenta las condiciones políticas y sociales de los territorios de origen y destino de los migrantes. Ello implica investigar profundamente tanto las fuentes archivísticas alemanas como las españolas. El enfoque del trabajo permite obtener valiosas indicaciones para el estudio de los procesos migratorios actuales y las formas de atraer a trabajadores extranjeros cualificados. …

Manuel Chaves Nogales: Ifni, Spaniens letztes koloniales Abenteuer

Manuel Chaves Nogales berichtet exklusiv von der unblutigen und kampflosen Inbesitznahme der kleinen spanischen Kolonie namens Ifni in Nordwestafrika im Jahr 1934. Er ist quasi als »embedded journalist« dabei. Über Beobachtungen beim Durchqueren des Gebiets und zahlreiche Gespräche, will er sich ein Urteil über den Nutzen der Kolonialisierung Ifnis für die spanische Republik (1931-1939) bilden. Seine Eindrücke und Erlebnisse kabelt er in 13 Folgen an die spanische Tageszeitung AHORA. Manuel Chaves gehört zur Extraklasse der »rasenden Reporter«, bei denen sich hoher Informationsgehalt mit außergewöhnlicher literarischer Qualität verbinden. Die Unmittelbarkeit seiner Berichterstattung sowie Anschaulichkeit und Witz seines Stils tragen maßgeblich zur anhaltenden Frische dieses über 85 Jahre alten Textes bei. …

Harald Bodenschatz y Max Welch Guerra (eds.): Städtebau als Kreuzzug Francos | El urbanismo como cruzada de Franco

En este estudio, presentado por expertos de renombre, se puede aprender una cantidad extraordinaria sobre el urbanismo español de 1938 a 1959, es decir, los primeros 20 años de la dictadura de Franco, en sus múltiples facetas y funciones: La reconstrucción de las ciudades destruidos en la guerra, la renovación y ampliación del centro de Madrid y el replanteamiento de la región urbana, la remodelación del barrio gótico de Barcelona y el desarrollo urbano industrial de esa ciudad y sus alrededores, la renovación de muchos cascos históricos, las universidades laborales, la colonización interior, con sus numerosas aldeas de nueva planta, el desarrollo urbano en las colonias españolas del noroeste de África y los lugares de conmemoración como el Valle de los Caídos. En cuanto a los distintos campos de acción del urbanismo, el libro profundiza en cómo se utilizó el urbanismo como instrumento deliberadamente orquestado de dominación política. El libro, magníficamente ilustrado, debería interesar no sólo a los urbanistas y paisajistas, arquitectos y científicos sociales, sino también a los turistas. En fin, el estudio no sólo tiene la mirada hacia el pasado, sino que se interesa por la cuestión, políticamente actual, de cómo se trata o debe tratarse el legado arquitectónico del franquismo. …

Birgit Aschmann: Beziehungskrisen. Eine Emotionsgeschichte des katalanischen Separatismus

Das Buch ist die derzeit wohl beste deutschsprachige Darstel­lung des politischen Katalanismus von seinen Anfängen bis zum Jahr 2020. Insbesondere geht es um den Procés, also die separatistische Radikalisierung des politischen Katalanismus in den Jahren ab 2010, in denen der Zuspruch für den Separatismus wuchs, auch wenn er letztlich nur von etwa der Hälfte der Katalanen mitgetragen wurde. Im Unterschied zu anderen Analysen des Procès, arbeitet die Autorin mit einem emotionsgeschichtlichen Ansatz, der sich als Leitfaden durch das dynamische Geschehen des Procés und als Spannung erzeugendes erzählerisches Stilmittel bewährt.…

Paul Ingendaay: Gebrauchsanweisung für Spanien

Paul Ingendaay hat eine gewisse Bekanntheit als langjähriger Korrespondent der FAZ für die Iberische Halbinsel und als Schriftsteller erlangt. Das macht neugierig darauf, welches Spanienbild er einem breiteren Publikum vermitteln möchte. Zu einem Reisebuch dieser Art gehört selbstverständlich, die üblichen Spanien-Stereotype und ‑Topoi aufzurufen und auszubreiten. Damit begnügt sich der Autor jedoch nicht. In eingängiger Weise geht er auf eine Reihe von Problemen ein, die Spanien umtreiben ‒ wie z.B. die Katalonienkrise, die schleppende Aufarbeitung der Franco-Diktatur, die Nachteile des Massentourismus, die Immobilienkrise und ihre Folgen sowie die Arbeits- und Wohnbedingungen ausländischer Arbeitskräfte in der Landwirtschaft. Insgesamt gelingt der «Gebrauchsanweisung für Spanien» etwas Schwieriges: zugleich unterhaltsam und informativ als auch meinungsstark und trotzdem undogmatisch zu sein. …

Harald Bodenschatz und Max Welch Guerra (Hrsg.): Städtebau als Kreuzzug Francos

In der von ausgewiesenen Experten vorgelegten Studie ist außerordentlich viel über den Städtebau Spaniens von 1938 bis 1959, also den ersten 20 Jahren der Franco-Diktatur, in seinen zahlreichen Facetten und Funktionen zu erfahren. Behandelt werden der Wiederaufbau im Krieg zerstörter Orte, die Erneuerung und Erweiterung der Innenstadt Madrids und die Neugestaltung der Stadtregion, der Altstadtumbau und der in­dustrielle Städte­bau in und um Barcelona, die «Arbeiteruniversitäten», die Erneuerung der Altstädte, die Binnenkolonisation, der Städte­bau in den spanischen Kolonien Nordwestafrikas, und Erinnerungsorte wie das Tal der Gefallenen. Für die unterschiedlichen städtebaulichen Handlungsfelder wird herausgearbeitet, wie der Städtebau als Herrschafts­mittel im Franquismus eingesetzt wurde. Das reichlich illustrierte Buch dürfte nicht nur Stadt- und Raumplaner, Architekten und Sozialwissenschaftler ansprechen, sondern auch Touristen. Die Untersuchung ist auch nicht nur historisch gemeint, sondern an der politisch aktuellen Frage interessiert, wie mit dem baulichen Erbe des Franquismus umgegangen wird oder werden sollte. …

Jordi Amat: El hijo del chófer | Der Sohn des Chauffeurs

Jordi Amat ist einer der besten Kenner der katalanischen Kultur und der politischen Entwicklun­gen in der Region. Auf den Spuren eines ebenso ehrgeizigen wie psychopathi­schen katalanischen Journalisten wird eine Schneise durch die neuere Geschichte des politischen Katalanismus geschlagen, die auch eine Geschichte der Macht ist: politischer, ökonomischer und nicht zuletzt auch von Medienmacht. Der Weg führt durch das katalani­sche Labyrinth vorbei an Regierungspalästen, Banketagen, Chefredaktionen und Kloaken der Macht. Das nur schwer zu entwirrende Netz aus zahllosen Kommunikationen und Aktionen wird in eine kriminalistisch angelegte, detailreiche Erzählung überführt. An entscheidenden Stationen der katalanischen Po­litik, wie dem Fall der Banca Catalana, geht Amat in die Tiefe und verdeutlicht uns die Wirkweise von Macht im nachfranquistischen Spanien.…

Birgit Aschmann und Christian Waldhoff (Hrsg.): Die Spanische Verfassung von 1978: Entstehung, Praxis, Krise?

Der Sammelband ermöglicht ein tiefer gehendes Verständnis der spanischen Verfassung von 1978. Dazu gehört auch eine realistische Einschätzung ihres Reformbedarfs und der Chancen entsprechende Reformvorhaben umzusetzen. Weitgehende Einigkeit besteht im wissenschaftlichen Diskurs dahinge­hend, dass ein Kernproblem der Verfassung von 1978 ihre Unbestimmtheit in wichtigen Punkten war und ist. Rückblickend scheint das größte Versäumnis der Verfassung von 1978 darin zu liegen, keine gemeinsame Verantwortung für den föderalen Staat insti­tutionell und operational verankert zu haben. Als Problemfelder, die eine Verfassungsreform nötig machen könnten, werden neben der territorialen Ordnung auch der Status der sozialen Grundrechte und die Frage der Staatsform (Monarchie vs. Republik) diskutiert.…

Nicola Veith: Spanische Aufklärung und südwestdeutsche Migration

Erstmalig wird in dieser Dissertationsschrift der Migrationsprozess aus dem Heiligen Römischen Reich gegen Ende des 18. Jahrhunderts nach Andalusien ganzheitlich dargestellt. Die Herkunftswelt und die Umstände der Migration, die Reiserouten und Reiseverläufe bis in die vom spanischen Staat ausgewählten Siedlungsgebiete und die sich anschliessende Entwicklung des hochsubventionierten Kolonisierungsprojekts werden eingehend untersucht. Die Arbeit liefert einen wichtigen Beitrag zu einem vernachlässigten und fast vergessenem Kapitel deutsch-spanischer Geschichte und ein vorbildliches Beispiel für den Erkenntnisgewinn, den eine prozessorientierte historische Migrationsforschung ermöglicht, die die Bedingungen in den Herkunfts- und den Zielgebieten gebührend berücksichtigt. Aus dieser Arbeit dürften sich auch wertvolle Anhaltspunkte und Einsichten für die Untersuchung aktueller Migrationsprozesse und die Anwerbung qualifizierter ausländischer Arbeitskräfte gewinnen lassen. …

Pablo Picasso: Traum und Lüge Francos (Edition Büchergilde)

Die Büchergilde Gutenberg hat im September 2020 den bekannten Radierzyklus Picassos «Traum und Lüge Francos» herausgegeben. Sie spricht von einer kleinen Sensation und erläutert, dass die Radierungen erstmals in Deutschland in Originalgröße abgedruckt werden. Die Büchergilde hat darauf verzichtet, ihre Edition zu kommentieren. Da setzt diese Besprechung an mit Hinweisen auf frühere Faksimile-Ausgaben, eine Ausstellung im Städel Museum 2019 zum grafischen Werk Picassos, einem Hinweis zum Forschungsstand und einem Exkurs zu dem geschichtsrevisionistischen Versuch, die politische Kunst Picassos zu diskreditieren.…

Enric Juliana: Aquí no hemos venido a estudiar

Auf Deutsch würde der Titel etwa „Wir sind hier nicht zum Studieren hingekommen“ lauten. In Spanien ist das Buch dabei, ein großer Erfolg zu werden. Die Kritik zeigt sich beeindruckt, die zweite Auflage ist gerade erschienen. „Haftanstalt in Burgos, Dezember 1962. Sechs Sträflinge ̶ braune Uniformen, eisige Gesichter ̶ diskutieren, zwischen zwei Schlafkojen sitzend, im kältesten Gefängnis Spaniens. Es ist eine Sitzung des Komitees der Kommunistischen Partei Spaniens im Gefängnis. […] Das Regime ist allem Anschein nach ins Wanken geraten, und einer der Gefangenen, der Baske Ramón Ormazábal, predigt seinen Genossen: ‚Wir sind hier nicht zum Studieren hingekommen!‘ Manuel Moreno Mauricio, ehemals Guerillakämpfer und Organisationssekretär, ist damit nicht einverstanden. Wir sind hierher gekommen, um zu studieren. […] Ausgehend von der Geschichte der Protagonisten dieser Diskussion, beleuchtet dieses Buch Schlüsselaspekte des Franquismus und des anti-franquistischen Widerstands, die derzeit kaum diskutiert werden.“ [vgl. https://arpaeditores.com/collections/enric-juliana/products/aqui-no-hemos-venido-a-estudiar Inhaltsangabe des Verlags] …

Dieter Nohlen und Mario Kölling: Spanien. Wirtschaft – Gesellschaft – Politik

Das von Dieter Nohlen und Mario Kölling verfasste Studienbuch „Spanien. Wirtschaft – Gesellschaft – Politik“ liegt nun in der 3. Auflage vor. Im Zentrum stehen die Veränderungen in Spanien seit 2004. Das Meiste an dem Buch ist gut gelungen. Durch die vielen Facetten der spanischen Wirklichkeit, die behandelt werden, informiert das Werk insgesamt vorzüglich über die spanische Gesellschaft. Es dürfte seinen Zweck als Lehr- Studien- und Nachschlagewerk erfüllen. …

Krystyna Schreiber: Die Übersetzung der Unabhängigkeit

Das Buch ist auch fünf Jahre nach seinem Erscheinen 2015 noch lesenswert und auch noch lieferbar. Zwar hat sich politisch seitdem viel ereignet und sich der Procès, die katalanistische Autonomie- bzw. Unabhängigkeitsbewegung, weiterentwickelt. Aber gerade deshalb ist es interessant, sich die Argumentation vor Augen zu führen, so wie sie zu der Zeit als Artur Mas (und noch nicht Carles Puigdemont) Präsident der Regierung der autonomen Gemeinschaft Katalonien war, vorgebracht wurde. Die aus Deutschland stammende Journalistin, Krystyna Schreiber, die die in dem Band versammelten Interviews führte, ist inzwischen (seit 2019) auch „Delegierte der Regionalregierung Kataloniens in Wien“ (was immer das auch genau an Aufgaben und Status bedeuten mag).…

Martin Dahms: Spanien – ein Länderporträt

Ein Buch dieser Art – weder nur Reiseführer noch hauptsächlich politische Landeskunde – sollte Anfängern einen gut lesbaren Einstieg bieten, aber auch den bereits gut Informierten noch etwas bieten. Das gelingt Martin Dahms. Die vorliegende Rezension wurde 2019 geschrieben, wird aber hier als Blogbeitrag erstmals öffentlich gemacht.…

H. Bahrmann: La larga sombra de Franco

Aquí ofresco una traducción provisional de mi reseña del libro de Hannes Bahrmann: Francos langer Schatten. Diktatur und Demokratie in Spanien. [La larga sombra de Franco. Dictadura y democracia en España]. Fue distribuido por primera vez por Twitter el día 8 de julio. El libro contiene mucha información interesante, pero sufre de una falta de esmero periodístico.…

Raul Zelik: Spanien – Eine politische Geschichte der Gegenwart

Bislang fehlte auf dem deutschen Büchermarkt ein Abriss der jüngeren politischen Geschichte Spaniens, der auch die letzten 20 Jahre einbezieht. Das Buch von Raul Zelik bietet dies aus einer linken Perspektive, die besonders auf Proteste, linke Bewegungen und Parteien sowie Autonomie- und Unabhängigkeitsbestrebungen abstellt. Die Gegenseite wird dabei analytisch und soziologisch vernachlässigt. …

Hannes Bahrmann: Francos langer Schatten

Ein journalistisch gut geschriebenes, leicht lesbares Sachbuch, das einem breiteren Publikum die gegenwärtigen politischen Defizite und Probleme der spanischen Demokratie mit Rückgriff auf die Erbschaft des Franquismus erläuterte, wäre eine gute Sache. Der eine Teil der Aufgabe gelingt: Das Buch ist leicht verständlich geschrieben. Aber leider krankt der neueste Versuch, die Defizite der spanischen Demokratie aufzuzeigen, an mangelnder journalistischer Sorgfalt. …

Meinem Blog folgen

Erhalte Benachrichtigungen über neue Inhalte direkt per E-Mail.